Kaum entfaltet der Sommer seine Kraft, wird es hektisch in der Stadt. „Schatten, wo ist Schatten?“ fragen die Menschen, die zwischen Beton und Asphalt unterwegs sind. „Das ist viel zu heiß“ beschweren sich diejenigen, die gerne bei fünfundzwanzig Grad maximal einen Cut machen würden. „Mein Kreislauf“ jammern die nächsten und wieder andere schimpfen über was auch immer es zu beanstanden gibt.
Ich finde es gut, wenn es heiß ist, es ist schließlich Sommer. Fünfzehn Grad, grauer Himmel und Regenwetter habe ich den Rest des Jahres genug. Ich fände es noch besser, wenn wir aus den Betonstädten endlich lebensfreundlichere Umgebungen machten. Die Straßen aufrissen und Bäume pflanzten, wenn wir viel mehr Häuser begrünten. Wenn wir die Kraft der Sonne in Energie verwandelten, um unseren Planeten Luft zum atmen verschafften. Um uns Luft zum atmen verschafften.
Mir ist es unbegreiflich, warum es viele Menschen gibt, die dagegen Einwände haben. Das ist gegen jede Vernunft. Anders ausgedrückt: diese Haltung zeugt von unglaublicher Dummheit. Technisch ließen sich viele Probleme lösen, wenn wir es wollten, wenn wir es zuließen. Wir würden mit Sicherheit Alternativen finden, die weder die Landschaft „verschandelten“ noch unsere Individualität einschränkten. Das Problem der Dunkelflaute ist ebenfalls behebbar, wir sollten, wie gesagt, nur wollen.
Im Moment zeigt sich mir folgende Situation: einerseits die beschriebene Ablehnung bei der Erforschung und Konzipierung klimaneutraler Alternativen und andererseits das Aufschreien, wenn sich die Natur rächt. Wenn Menschen in Fluten ertrinken, ihr Hab und Gut verlieren, vor dem Nichts stehen. Das Entsetzen und Mitgefühl ist genau dann immer groß sowie die Erleichterung, dass es einen selbst nicht getroffen hat. Trotzdem ist die Bereitschaft zur Veränderung wenig bis gar nicht vorhanden. So wird das nichts. Und ich frage mich schon, woran das liegt und glaube, uns geht es einfach immer noch zu gut.
