Als sich die Bürotür öffnet, bin ich die erste heute früh. Nun gut, um die Uhrzeit sind meine Kolleg:innen meistens geht es in der Regel erst später los. Ein Umstand, der mir entgegen kommt, wie ihr wisst. Die erste Person morgens kümmert sich ums Hochfahren sämtlicher Systeme, will heißen: Drucker anmachen und Kaffeevollautomat in Stellung bringen. Damit die stickige Luft von gestern, der kühlen des Morgens weichen kann, reiße ich überall die Fenster auf. Durchzug ist angesagt. Jedenfalls für die kurze Zeit, in der er noch für Kühlung sorgt.
Die Kinder unten in der Kita spielen bereits fröhlich draußen. Ihr Spielbereich liegt bislang im Schatten, aber die Schirme sind trotzdem aufgespannt. Alle möglichen Formen von Wasserquellen werden sicherlich heute erneut aktiviert. Der vermatschte Sand ist inzwischen überall hin verteilt worden und das Planschbecken wartet auf die nächste Füllung. Ach ja, seufze ich innerlich, während mein Kaffee durchläuft. Kurz darauf bin ich nicht mehr alleine, quatsche mit meinem Kollegen und bitte ihn um einen kleinen Gefallen. Es ist ein angenehmes Arbeiten, selbst wenn der Stress gerne weniger sein dürfte. Aber so ist das halt. Parallel zur Hitze steigen gerade meine ungeplanten to does.
Doch auch dieser Bürotag geht zu einer moderaten Zeit zu Ende. An der großen Kreuzung, die ich immer überqueren muss, ist die Fußgängerampel gerade wieder auf rot umgesprungen. Mist, jetzt muss ich warten. Hinten sehe ich den Bus kommen. Der bekommt zuerst wieder freie Fahrt. Das kann für mich jetzt dauern. Also nutze ich das bisschen Schatten, das der Ampelpfahl spendet. Der Kopf ist schon mal aus der Sonne. Der Rest bekommt ebenfalls ausreichend Schatten ab. Das ist eine Menge Wert, selbst dieses kleine bisschen. Wer hätte das gedacht, stelle ich erstaunt fest, während ich geduldig aufs grüne Licht warte.

