#862 wie ein Gemälde

Mein Bewegungsradius war heute überschaubar. Barfüßig ging es neben Bett, Bad, Küche, Wohnzimmer und Arbeitsplatz einzig zu einem kleinen Ausflug zum Bäcker um die Ecke. Mehr war nicht drin. Selbst meinem Garten habe ich keinen nennenswerten Besuch abgestattet. Nur eben jetzt, weil ich Inspiration für meinen Blog brauchte.

Am meisten bin ich wahrscheinlich selbst darüber erstaunt, wie viele Möglichkeiten sich aus diesen Verhältnissen ergeben, denn sie sind alles andere als weitläufig. Ich würde sie eher als gut überschaubar bezeichnen.

Die Sonne fällt wunderschön durch die Blätter und kreiert ganz unterschiedliche Einblicke. Ich halte hier und dort inne und betrachte das Schattenspiel. Geschickt fotografiert, finde ich heraus, erinnern die Rosenblüten viel mehr einem zarten Aquarell denn einem schnöden Foto.

Kurz bevor ich später zu Bett gehe, ist Gartenwässerung angesagt. In heißen Phasen mache ich das meistens jeden zweiten Tag. Vorher schaue ich mir die Pflanzen an. Nicht alle benötigen einen Schluck. Ich merke, dass der überwiegende Teil sich bislang gut schlägt. Folglich sind sie ausreichend angewachsen, wurzeln tief. Einzig mein Waschzuberteich und die Vogeltränke bekommen jeden Tag eine Frischwasserzufuhr. Letzte war heute dauerhaft frequentiert. Erst Spatzen, dann Kohlmeisen und zum Schluss unser Amselpaar. Allerdings baden diese beiden gerne im Teich.

Nun, was mir den ganzen Tag über aufgefallen war ist der Fakt, wie intensiv das Sonnenlicht in die Wohnung eindringt, selbst wenn alle Schotten dicht sind.

An einem anderen Tag, mit weniger intensivem Licht, wäre es deutlich dunkler in unserer Wohnung. So jedoch bahnte sich das Licht seinen Weg in jeden auch nur erdenklichen Winkel, fiel durch jede Ritze, beleuchtete jede, selbst die hinterste, Ecke. Habt ihr das schon mal beobachtet? Also die Tatsache, dass bei heruntergelassenen Rollläden trotzdem genügend Licht durchkommt, dass es in der Wohnung fast hell ist? Das nenne ich Strahlkraft, ich bin fasziniert.

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