Wochenende! Endlich! Und die Ruhe, alles in dem Tempo zu erledigen, wie ich es mag. Wenn das keine schöne Aussicht ist, dann weiß ich es auch nicht. In weiser Voraussicht und mit der Option, heute wirklich keinerlei Verpflichtungen nachgehen zu müssen, war ich bereits gestern unterwegs und habe alle notwendigen Vorkehrungen für die haushalterischen Ansprüche erledigt. Sprich: ich war einkaufen.
Der Kühlschrank ist gefüllt. Der Essensplan für nächste Woche steht und so konnten die andere Hälfte meines Haushalts und ich ausschlafen, um dann als erstes ein paar Bahnen im Freibad zu schwimmen. Jedes Mal, wenn ich meine Tasche auf die kleine, rote Betonbank stelle, mich an Ort und Stelle ausziehe (Schwimmkleidung ziehe ich immer zuhause schon drunter), Brille, Badelatschen und Trainingsutensilien auskrame, merke ich, wie mich Ruhe umfängt.
Mein Puls geht runter, ich atme durch. Schnuppere die leicht nach Chlorwasser riechende Luft und gehe die paar Schritte zur Dusche. Das kalte Wasser macht mir nichts aus. Ich ziehe die Schwimmbrille auf, stelle mich an den Beckenrand und gleite mit einem Kopfsprung ins Wasser. Das ist der Moment, in dem meine Seele seufzt. Wieder und wieder versuche ich das Gefühl, das Wasser beim ersten Tauchen erzeugt, zu beschreiben. Gar nicht leicht. Die richtigen Worte fehlen mir noch.
Nach dem Schwimmen wird gemütlich gefrühstückt. Ich bin etwas irritiert, weil meine bessere Hälfte keine Anstalten macht, sich sportlich zu betätigen und frage nervös nach. Ach ja, stimmt, er muss sich von letztem Sonntag noch ein wenig erholen. Ich bin es nicht gewohnt, dass ich samstags Gesellschaft habe.
Doch wir nutzen unsere freie Zeit und überdenken unsere Urlaubspläne. Revidieren alles, canceln unsere Buchung und buchen neu. Jetzt bin ich zufrieden. Ein Bungalow auf einem Campingplatz am Meer in Südfrankreich. Strand, Sonne, ein wenig radeln, ein bekanntest Städtchen und viel chilli milli.
