#892 die große Welt der kleinen Insekten

Ist ein Schmetterling überhaupt ein Insekt? Was für eine dämliche Frage, denke ich mir in dem Moment, in dem sie mir durch den Kopf schwirrt. Was sonst? Ach übrigens, es ist ein Ochsenauge, das sich am Nektar unseres Sommerflieders erfreut. Da gehört schon eine ganze Menge Fantasie dazu, dieses zerbrechliche Wesen mit etwas brachialem wie einem Ochsen in Verbindung zu bringen. Auge hin oder her. Aber das ist in der Tier- und Pflanzenwelt keine neue Erkenntnis. Wunderschön ist der Schmetterling allemal.

Und fast hätte es geklappt. Aber auch nur fast und ich hätte ein scharfes Bild von ihm hinbekommen. Leider gelang mir das nicht, wie ich feststelle, als ich mir mein Foto näher anschaue. Etwas unscharf. Schade. Nun, Insekten zu fotografieren ist eine echte Herausforderung. Das braucht Geduld, ein gutes Auge, eine ruhige Hand und eine gehörige Portion Glück zum richtigen Zeitpunkt da zu sein, flatterhaft und unstet, wie die Tiere halt so sind.

Mit Schmetterlingen assoziiere ich stets „Die kleinen Raupe Nimmersatt“. Wer kennt das Kinderbuch nicht? Ich würde behaupten, dass die Textzeilen, die mir immer noch vereinzelt einfallen, wenn ich drüber nachdenke, die ersten waren, die ich auswendig wusste in meinem Leben. Das mag ein unnützer Gedanke, oder unnützes Wissen sein aber ist es nicht schön, dermaßen friedliche Erinnerungen zu haben? Ich finde, dafür lohnt es sich, ein paar Gehirnzellen zu reservieren.

Wie das wohl andere Menschen machen? Also solche, die andere drangsalieren? Haben die wirklich gar keine friedlichen Erinnerungen? Oder hat ihr Gift alles andere zerfressen? Oder bin ich einfach nur super naiv? Ich vermute, wenn ich es mir recht überlege, dass ich das wohl sein werde, naiv. Allerdings bin ich lieber zu naiv als ein Mensch, der andere drangsaliert. Das harmoniert besser mit meiner Art, die Welt zu betrachten.

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