#901 keine Verschnaufpause

Es wäre töricht, würde ich mich auf meinen Meriten ausruhen und einfach nicht mehr schreiben. Warum?, fragt ihr euch vielleicht. Schließlich habe ich mittlerweile knapp drei Bücher in Summe geschrieben. Doch das wäre mir zu langweilig. Es wäre mir zu langweilig, würde ich jetzt einfach aufhören oder pausieren. Warum?, werdet ihr ein weiteres Mal fragen, ich kenne euch schließlich schon ganz gut. Ich will es euch kurz erklären. Seht es als kleinen Nachtrag zum gestrigen, achtzehnten, Meilenstein. Bei diesem hatte ich mich der Sonnenfinsternis und weniger der Reflektion zu meinem Tun gewidmet.

Aufhören ist im Moment keine Option, weil mir das Schreiben viel zu sehr in Fleisch und Blut übergegangen ist. Ich würde mich auf eine seltsame Weise amputiert, einer Gliedmaße beraubt vorkommen. Es tut mir gut, mich einmal täglich, gut fünf Mal in der Woche, mir diesen Freiraum zu gönnen. Ich und meine Gedanken gehen auf Wanderschaft und es ist beinahe wie ein Abenteuer, weil ich ja manchmal gar nicht weiß, was letztendlich raus kommt.

Ich befrage mich und meine Gedanken, ich darf kreativ sein. Das ist insofern eine Herausforderung, weil nicht täglich Spannendes geschieht. In meinem Leben genauso wenig wie in eurem, nehme ich an. Durststrecken der alltäglichen Langeweile müssen überwunden werden. Aber das spornt mich an. Jedem Tag, sei er noch so gewöhnlich, eine Besonderheit abzugewinnen. Ist mir das gelungen, löst dieser Umstand eine tiefe Befriedigung in mir aus und ich werde ruhig und dankbar und damit glücklich.

Dasselbe gilt im Grunde auch für das Pausieren. Warum sollte ich das machen, wenn alle vorbenannten Argumente dagegen sprechen? Möglicherweise wird es Umstände geben, die meine Routine unterbrechen. Dann wäre das allerdings etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Krankheit beispielsweise, Familienangelegenheiten, die vielbesagte höhere Gewalt eben. Da zupfe ich lieber am Faden des Glücks und schreibe.

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