#915 Tiny House

Nous sommes arrivées. Ich beziehe das Bett in unserer Schlafkammer mit der georderten Bettwäsche. Weiß ist sie, glatt und heiß gemangelt. Großräumig ist es nicht gerade, unser Tiny House, trotzdem hat alles seinen Platz. Die Töpfe hängen an der Wand. Auf dem Regalbord über Spüle und dem 2-Platten-Herd stehen Salatschleuder und Schüsseln. Eine Kaffeemaschine ist ebenfalls vorhanden. Der Mülleimer hat seinen praktischen Platz unter der Arbeitsfläche. Der Liebherr-Kühlschrank samt Gefrierfach läuft auf voller Pulle genauso wie die Klimaanlage, die ich als erste Maßnahme drossle. Die schneidendkalte Luft ist nicht meins. Ich lasse sie auf der niedrigsten Stufe laufen. So kann es gehen.

Besteck und Geschirr für zwei Personen befinden sich gleich rechts in der bodentiefen Regalwand mit Mikrowelle und ausreichend Stauraum für unsere Einkäufe und denjenigen Dingen, an die wir schnell dran kommen wollen.

Das Bad blitz vor Sauberkeit und ich kann, in der Mitte stehend, mit meinen ausgestreckten Armen alles erreichen. Bis auf die Duscharmatur. Dazu müsste ich mich noch ein wenig mehr ausbreiten. Die ebenfalls georderten Handtücher finden ihren Haken, Bürsten, Tiegel, Seifen und Cremes erhalten ihren Standort und wir packen den Rest unserer Habseligkeiten aus.

Ich bin schneller als die andere Hälfte meines Haushalts und sichere mir die strategisch günstigen Fächer im nächsten Regal über dem Bett und im Minischrank rechts daneben. Ich muss schließlich sehen, wo ich bleibe. Das, was ich nicht unbedingt brauche, bleibt im Koffer. Sportsachen, Radklamotten. Mein Mitbewohner hat es geschafft, sich rechtzeitig zum Urlaub, allerdings nach der Wettkampfsaison, ein kaputtes Knie zuzulegen. Es ist geschwollen und bereitet ihm heftige Schmerzen. Er humpelt durch die Gegend und ich fühle mit ihm, ging es mir im vergangenen Jahr einige Male ebenso. Wie gut, dass wir uns in diesem Urlaub vorgenommen haben, nichts zu tun. Nichts, außer in den Tag hinein zu leben.

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