#913 vergessen

Was ist da wohl drin, in der Schachtel? In der alten Schachtel, die vergessen auf der Fensterbank dort scheinbar schon eine ganz Weile ihr Dasein fristet. Zusehends eingestaubt. Dreckig. Ein wenig lädiert. Wer von uns kennt das nicht? Dinge, Gegenstände, Sachen, die, einmal abgestellt, nie wieder in die Hand genommen werden. Die einfach bleiben, wo sie sind und deren Inhalt, deren Sinn und Zweck langsam in Vergessenheit geraten.

Manchmal laufen wir vielleicht dran vorbei. Wundern uns und schieben sie womöglich mal ein Stückchen von links oder nach rechts. Aber wegräumen? Nein, das passiert nicht. Es ist, als ob diese Gegenstände mit ihrer Umwelt verschmelzen bis sie ganz und gar Teil der Umgebung werden. Sie werden unsichtbar.

Wenn wir dann, einem Impuls folgend, uns erbarmen und mehr zufällig als willentlich hineinschauen, ist es nicht selten, dass uns folgender Satz entwischt: „Ach, das hatte ich ja noch“. Oder, auch möglich: „Mensch, das habe ich überall gesucht“. Oder: „Wieso steht das hier?“ Oft haben sie das Zeug, doppelt angeschafft zu werden.

So sind wir. Ich für meinen Teil muss zugeben, dass ich gut eine ganze Zeit an Sachen vorbeilaufen kann, die ich mühelos wegräumen könnte. Dabei nehme ich wahr, dass ich es unbedingt an seinen Platz bringen sollte, bis ich es dann endlich wegräume.

Das dauert. Tage. Lange. Also, wie bei der alten Schachtel. Nun, ich würde allerdings behaupten, habe ich maximal etwa im Keller, das unter diese Rubrik fallen würde. Oder? Nun gut, wenn ich mein Gewissen befrage, habe ich solche Fundstücke vielleicht nicht unbedingt offensichtlich rum stehen, aber in Schränken und Schubladen? Dafür würde ich meine Hand jetzt lieber nicht ins Feuer legen. Sei es drum.

Egal, wie ich es betrachte es gibt sie immer und überall, die Überbleibsel, die in unserm Alltag Zeuge dessen werden, was wir vergessen.

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