#916a schlafen

Die Sonne ist fast gerade erst unter gegangen. Ein wenig Licht erhellt den Himmel ausreichend genug, dass sie Sterne noch nicht gegen sie mit ihrem Licht ankommen. Wir sind müde. Die Fahrt war, wie immer, anstrengend trotz Pause in Lyonitidis und das schmerzende Knie der anderen Hälfte meines Haushaltes tat sein übriges hinzu.

Nach einer Flasche Weißwein der hiesigen Winzergenossenschaft, Salat, Thunfisch, Bratpaprika, Baguette und diesem und jenem, beschließen wir, schlafen zu gehen. Ich muss an die Wand, damit er sein Bein gut ausstrecken kann. Wir fallen mit der nötigen Bettschwere in die Kissen und lassen das Hörbuch auf Spotify, das uns die Fahrt über bereits begleitete, weiter laufen. Sleeptimer. Dreißig Minuten.

Nach kürzester Zeit bin ich eingeschlafen. Im Laufe der Nacht drehen und wenden wir uns ein wenig, wie es halt ist, wenn wir in fremden Betten schlafen. Das will erstmal geübt sein. Wachen wir kurz auf, schlafen wir genauso schnell wieder ein.

Sein Handywecker schlägt um sechs Uhr fünfzehn Alarm. Wie sonst auch. Wie sonst, aber heute nicht, heute gehen wir offline. Ich drehe mich zu ihm. Lege meinen Kopf auf seine Schulter und kuschle mich an ihn. Streichle über die warme Landkarte seines Körpers, die ich so gut kenne. Gemeinsam schlafen wir wieder ein.

Ich träume von einem Wohnungswechsel. Davon, wie ich meine alte Wohnung kündige. Beim Aufsetzen des Schreibens überlege ich, ob ich meinen Vermieter über die Untervermietung unterrichten soll. Mein Untermieter wird es bereits gemerkt haben, dass ich nicht mehr vorhanden bin und hat hoffentlich seine Schlüsse daraus gezogen. Deshalb entscheide ich mich, ihn meinem Vermieter gegenüber nicht zu erwähnen.

Ich habe große Wäsche gemacht. Gardinen, Bettdecke, Schlafsack und ein Teppich hängen schlapp herunter zum trocknen an vier hochstämmigen Bäumen. Tannen sind es, glaube ich. Ohne Äste am Stamm. Meine Mutter und meine Tochter helfen mir beim abhängen. Gemeinsam rollen und falten wir die Sachen zusammen. Sie kommen in den Abstellraum meiner neuen Wohnung. Ich brauche sie vorerst nicht…
– Fortsetzung folgt –

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