Ich seufze wohlig, als mir das warme Wasser über Kopf und Körper läuft. Ich atme einige Male tief ein und aus, drehe mein Gesicht in den Strahl. Das tut gut, ohne Frage und ich habe es mir verdient. Die erste Etappe unseres DIY-Projekts (#942 DIY) ist vollbracht.
Dann beginne ich, mir die Farbreste aus dem Gesicht, von Händen und Armen zu schrubben. Die wasserlösliche Farbe leistet wenig Widerstand und ich bin schnell wieder vorzeigbar. Einigermaßen jedenfalls. Hübsch mache ich mich jetzt nicht mehr. Jetzt ist Sofaruhe angesagt. Die andere Hälfte meines Haushalts studiert bereits das Angebot des Lieferservices. Bevor Einwände kommen: wir sind Selbstabholer. Praktischerweise ist der Laden direkt um die Ecke. „Essen fertig in zwanzig Minuten“ heißt es, als ich unsere Bestellung telefonisch aufgebe.
Das kommt uns jetzt gelegen. Wir sind groggy. Ein komplettes Wochenende Workout vom Feinsten. Ganztägig. Wie oft ich mir innerlich heimlich dazu gratulierte, regelmäßig Yoga zu praktizieren? – oft. Den Verrenkungen sei Dank. Schließlich hatte ich eine weitere Mission, nämlich unser Parkett zu wachsen. Auf allen Vieren, das Balance-Bord unter den Knien, schiebe ich mich immer eine Armlänge rückwärts. Diele für Diele abreite ich mich voran. Wische das Parkett und trockne es mit einem alten Handtuch. Danach kommt das Wachs dran. Regelmäßig auftragen ist wichtig. Zum Schluss mit einer weichen Bürste polieren. Dabei denke ich unentwegt an „Bohnerwachs und Spießigkeit“.
Das war Minimum genauso anstrengend wie die Räumerei, Abkleberei und Streicherei, kann ich versichern. Aber bis auf Muskelkater und allgemeine Schlappheit ist alles gut.
Wir laufen durch die Wohnung. Stolz. Alles sieht Propper aus. Selbstgemacht eben. Mit dem guten Gefühl, richtig was geschafft zu haben, ist ziemlich gut, wie wir meinen. Es hat einen anderen Wert, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen und da ist ein bisschen Muskelkater kein Thema.

