#952 Outfits und alles dieses

Es ist kühler geworden. Draußen taucht ein nebliger Herbstmorgen die Welt noch in diffuses Dämmerlicht. Doch es deutet sich schon jetzt ein schöner Herbsttag an. Ich stecke meine Beine in die hellgraue, blickdichte Wollstrumpfhose, die ich immer zu meinem blauen Lieblingskleid trage. Das ist gemütlich. Aus weichem, innen angerauten Sweatshirtstoff, kuschelt es warm mit meiner Haut und seine Hoodieform ist mehr als nur bequem.

Ich verlasse das Haus und laufe in Richtung der Bushaltestelle, nachdem ich meine bestrumpfhosten Beine in meine ebenfalls grauen Boots gesteckt hatte. Diese tragen sich ähnlich gemütlich wie mein Kleid. Sie sind ein wenig in die Jahre gekommen und es gibt bereits ein Nachfolgemodell aber manchmal geht nichts über die alten Klassiker in der Garderobe. Außerdem passen sie in diesem Fall farblich besser zum Outfit. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich mit hohen Hacken und schmerzenden Füßen abends nach Hause kam. Obwohl, ich laufe aufrechter auf Stöckelschuhen. Was bleibt mir anderes übrig, wenn ich nicht umknicken oder stolpern will?

Jetzt ist die Eleganz perdü und mein Kleiderschrank deutlich entspannter, selbst wenn ich ihn weiterhin nicht als farbenfroh bezeichnen würde. Nur vereinzelt haben es pinke T-Shirts, bunte Pullis oder farbenfrohe Kleider in meine Garderobe geschafft. Aber es wird mehr. Dem Schwarz-Blau-Grau geht es langsam aber sicher an den Kragen. Wie immer gibt es auch für diese Angelegenheiten seine eigene Zeit.

Seltsamer Weise gibt es Farben, von denen kein einziges Fitzelchen Stoff aus allem hervorblitzt. Und das ist braun. Braune Sachen, weder Klamotten noch Schuhe, habe ich in meinem Repertoire. Das hat keinen bestimmten Grund. Vielleicht hat es sich einfach ergeben.

Auf meinem Weg schaue ich dem schräg einfallenden Sonnenlicht zu, wie es das buntgefärbte Herbstlaub der Weinreben zum Leuchten bringt, an denen ich vorbei fahre. Bestimmt haben mich diese Farben heute inspiriert.

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