Manche haben die Ruhe weg, doch ich fühle mich oft getrieben. Getrieben und gezwungen und hineingepresst in Handlungen, die ich nicht machen will. Leider komme ich nicht drum herum. Mein Lamentieren hilft überhaupt kein bisschen, denn wir leben in einem technischen, in einem digitalen Zeitalter.
Selbstverständlich ist es keinstenfalls so, dass ich die Annehmlichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt, nicht zu schätzen weiß. Onlinebanking, Sofabestellungen, Quickchecks, Wissensdatenbank, Hörbuchkanal, Zeitvertreib. Allesamt durchaus praktisch. Wäre nicht die ständige Gefahr, die immerwährende dezente und allgegenwärtige Bedrohung ausspioniert zu werden. Einem Hackerangriff zum Opfer oder auf Betrüger hinein zu fallen. Mehr im Internet zu wollen, als zu können. Der steten Verführung widerstehen. Immer und immer mehr.
Die Unendlichkeit der Möglichkeiten erschlägt mich manchmal, was die Auswahl eher erschwert, wie ich finde. Und der allgegenwärtige Algorithmus zeigt mir, welchen Geschmack ich anscheinend habe. Interessant.
Damit meine Daten geschützt bleiben, muss ich mich mit neuen Authentifizierungssystemen auseinandersetzen. Hier den Code empfangen, oder gar per Briefpost bestellen, um ihn dann online eingeben zu können. Könnte der Daumenabdruck eigentlich sämtliche Pin-Codes ersetzen? Da ich davon keinen blassen Schimmer habe, bleibt es bei meiner Frage. Vielleicht denke ich viel zu naiv. Wer weiß?
Würde sich alles mit gleicher Rasanz weiterentwickeln, wie unsere digitale Welt, gäbe es womöglich an anderen Hotspots weniger „Baustellen“. Als ich neulich nämlich aus dem Fenster an meinem Arbeitsplatz sah, richtete sich mein Blick zwar auf insgesamt sechs Kräne über unserer Großbaustelle, aber keiner von ihnen bewegte sich. Mit Spannung verfolgte ich das Schauspiel, das keines war. Wieder und wieder warten meine Augen zu den Kränen. Ich zählte nach. Immer noch sechs. Alle verharrt in ihren Ausgangspositionen. Einen ganzen Tag lag.
Warum rührte sich nichts? Die sechs müssten einen Sinn haben und wenigstens einer von ihnen mit irgendwas beschäftigt sein. Oder etwa nicht?

