Keine Gnade für die Wade lautet das Motto des heutigen Tages. Ich habe es schon viel zu lange vor mir her geschoben. Intellektuell gesprochen heißt das wohl: prokrastinieren was ich ansonsten einfach als: davor gedrückt nennen würde. Egal wie, heute muss ich ran. Die ersten Kilometer auf dem Rad seit einer viel zu langen Zeit. Klar, das hätte ich auch anders haben können, hätte, hätte…
Mein Schweinehund läuft schon ganz aufgeregt vor mir her, scharwenzelt mir um die Beine, knurrt leise aber hörbar. Ich muss mir was einfallen lassen, damit ich ihn abwimmeln kann. Also habe ich schon im Vorfeld meiner Rad-Saison-Eröffnung einen Plan geschmiedet. Ablenkung ist angesagt. Nebelkerzen wollen gezündet werden und ich brauche Leckerlis zur Beschwichtigung. Der Plan ist schnell erstellt und lautet: Quarkkuchen.
Quarkkuchen, die ultimative Antwort auf nervige Schweinehunde. Eine perfekte Motivation für den Snack après. Viel Quark wenig Zucker und einer meiner absoluten Lieblingskuchen. Ich kaufe entsprechend ein und backe ihn schon am Samstag.
Ein verführerischer Duft weht durchs Haus und ich lasse ihn mir zum samstäglichen Nachmittagstee schmecken. Der Rest kommt in den Kühlschrank für morgen.
Dann ist es soweit. Draußen ist es bewölkt und das schöne Wetter vom letzten Sonntag ist perdü. Dafür haben wir lauschige zehn Grad. Ich siehe mich im Zwiebellook an, krame die Überschuhe heraus, meine Mütze und warme Handschuhe. Auf dem Rad sind zehn Grad nicht viel.
Wir starten gemeinsam, die andere Hälfte meines Haushalts und ich. Eine moderate Runde ohne viel Steigung. Es ist hilfreich, dass mein Rad perfekt auf mich eingestellt ist. Es rollt gut, bin ich erstaunt, besser als gedacht.
Damit darüber hinaus meine mühsam aufgebaute Laufperformance erhalten bleibt, hänge ich ein paar Kilometer Lauftraining dran. Koppeltraining. Das ist fies aber gut und das Stück Kuchen hinterher schmeckt einfach sagenhaft gut.

