#786 Ungereimtheiten

Die andere Hälfte meines Haushalts und ich trudeln kurz nacheinander zuhause ein. Er trägt seine blaue Einkaufskiste mit Besorgungen aus seinem Lieblingssupermarkt unterm Arm. Ich kenne das und helfe ihm beim Einräumen in den Kühlschrank. Anscheinend war er hungrig. Ich grinse, als ich die Packung bunter, hartgekochter Ostereier in Händen halte. „Na,“ frage ich ihn rein rhetorisch, „hast du auch Eier gekauft?“ Offensichtlich. Er holt sich eins aus der Packung und legt es sich auf seinen Abendbrotteller.

Dann geht alles den gewohnten Gang. Wir essen gemeinsam, besprechen dabei das Dies und Das des Tages. Es ist schön, wenn wir uns gegenseitig berichten, was passiert ist. Dann, wie sollte es anders sein, macht er sich zum Sport bereit. Ich hole mein Tablet raus. Wir beide haben jeweils unsere Aufgaben zu erledigen. Bevor das geschieht, kommt uns eine Kleinigkeit dazwischen. Kleine sprachliche Ungereimtheiten.

Irgendwie kommen wir auf Eier zu sprechen und auf B.H.s. Beides Wörter, die einem Einheimischen dieser Region leicht von der Zunge gehen, bei denen ich, als Reingeschmeckte, allerdings manche Tücken erkennt.

Das Ei, schwäbisch „Oi“, hört sich im Singular, verbunden mit der Anzahl, also: ein Ei, folgendermaßen an: „oi Oi“. Auf meine Frage, wie er es denn schreiben würde bekomme ich die Antwort: „na, oi Ei“. Komisch, das Wort „ein“ würde er „oi“ schreiben, das Wort „Ei“ jedoch nur anders aussprechen. Fragezeichen.

Dann wird es kompliziert. Wenn ich anstatt „oi Ei“ einfach „ei Ei“ schriebe, dann würden die hiesigen Ureinwohner „ei Ei“ laut vorlesen. „Ei Ei“ kommt in ihrem Sprachschatz nicht vor, weshalb sie das geschriebene Wort hochdeutsch aussprächen.
„Und zwei Eier?“, frage ich nach. „Zwoi Eier, des isch doch oifach“, bekomme ich prompt zur Antwort. Sehr viele „Ois“, denke ich mir und erinnere mich ans kontrovers vertonte Wort: B.H. Wir müssen lachen und er fragt: „hoschdudeinbehanoa?“

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