Der erste Mai ist schon immer ein verheißungsvolles Datum, zeigt er doch den Start in die Sommersaison an. Gut, wir befinden uns meteorologisch im Frühling und die Eisheiligen sind auch noch nicht vorüber aber ein Indiz gibt es, dass unübersehbar die Weichen auf Sommer stellt: das Freibad öffnet seine Pforten.
Ihr kennt mich inzwischen als begeisterte Schwimmerin und was glaubt ihr, habe ich gemacht? Natürlich habe ich gestern meine Tasche für die Freiluftsaison präpariert. Zusätzlich zu den üblichen Utensilien wanderten Sonnencreme und Sonnenbrille in meine Sporttasche. Den Badeanzug habe ich mir ebenfalls parat gelegt sowie Schwimmutensilien und die anderen Klamotten, denn ich wusste, dass ich nicht arg viel Zeit haben werde, um in aller Gemütsruhe das erste Freibadtraining zu absolvieren, da weitere Events geplant waren.
Gut eine Dreiviertelstunde nach Eröffnung bin ich heute vor Ort. Es ist mehr los, als gedacht. Eine neue Rutsche hat Einzug gehalten, weshalb an einigen Stellen der Rasen, der nachgesät werden musste, als Liegefläche gesperrt ist. Nun, das tangiert mich wenig, ich bin schließlich zum Schwimmen da.
Schnell lege ich ab, gehe unter die kalte Dusche und verkneife mir das kurze Zittern, das mich erfasst, weil der Wind an diesem herrlichen morgen ein wenig frisch ist. Zehn Grad hat mein Außenthermometer zuhause angezeigt. Aber das liegt schließlich im Schatten.
Dann ist der Moment gekommen und ich springe rein. Die ersten Züge mache ich unter Wasser. Tiefblau erscheint es und von den Sonnenstrahlen goldfädendurchwirkt, glitzert es zauberhaft. Dann tauche ich auf, seufze innerlich vor Wonne und ziehe meine Bahnen. Die Umstellung auf die längere Strecke, merke ich heute gar nicht. Es flutscht. Wie jedes Jahr, fällt mir der Unterschied zum Hallenbad auf: das Wasser fühlt sich weicher an. Es ist kein bisschen kalt. Was soll ich sagen? Die Endorphine in meinem Kopf tanzen.

