#829 Upsi!

Da liegen sie, unschuldig, in ihrer Pappschale und lachen mich verführerisch an. Sie sind vorhin mit meiner Bio-Kiste gekommen und ich habe sie nicht, wie die anderen Lebensmittel, in den Kühlschrank geräumt. Denn die snacke ich nachher gleich weg.

Es ist Mittag. Mein Arbeitstag ist noch nicht vorbei und ich muss mich eine kleine Weile gedulden. Egal. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, denke ich mir und versorge mich derweil in meiner Mittagspause mit Resten, die ich auftreibe und die zuerst weg müssen. Hilft alles nichts. Deshalb ist ein Käsebrot zuerst dran.

Später am Nachmittag kommt die andere Hälfte meines Haushalts heim. Ich habe es für heute ebenfalls geschafft und packe mein Laptop und die Arbeitsutensilien ein. Wir sprechen über das, was tagsüber los war. Daten uns ab und lassen den Tag Revue passieren. Währenddessen wandert sein Blick ebenfalls zu den Erdbeeren, die auf der Ablage in der Küche stehen und auch ihn anlachen. Er verkneift es sich, sich eine zu nehmen, wohl wissend, dass das Ärger geben könnte. Manchmal ist es halt gut, wenn die Verhältnisse klar sind.

Der Feierabend geht in den Freizeitmodus über und wir verfolgen beide unsere unterschiedlichen Aufgaben. Mein Handy klingelt und ich freue mich über die Anruferin. Wir quatschen und meine Hand stiehlt sich unbemerkt zu den Erdbeeren. Ich beiße genüsslich hinein und mache mir nicht die Mühe, sie abzuspülen, sondern esse sie gleich so. Wow, sind die lecker.

Das schmeckt nach Frühling. Das schmeckt vor allen Dingen nach mehr. Und während wir fröhlich plaudern, wird die Schale mit den Erdbeeren zunehmend leerer. Ich registriere das sehr wohl. Aber. Naja. Eine geht noch. Dann muss ich wirklich aufhören, schließlich schmecken sie nicht nur mir gut. Upsi. Das ist ein wenig mehr als die Hälfte. Nun, das kann ich leider nicht mehr ändern.

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