Das fröhliche Geplapper in der Umkleidekabine wird mir in den nächsten Wochen und Monaten fehlen, denke ich mir, als ich als letzte das Bad verlasse. Schnell ein Abschiedsfoto und dann geht es unter die Dusche und in die Sammelumkleide, wo sämtliche Vereinskammeradinnen mit Umziehen beschäftigt sind. Heute gibt es einiges, das bequatscht werden muss, manchmal ist es aber auch ganz still.
Besonders zum Ende der Saison, wenn die Ambitionierten unter uns sich auf ihre Wettkämpfe vorbereiten, dann wird geschwommen, was das Zeug hält. Intervalltraining heißt das gefürchtete Zauberwort. Strecke machen lautet die Devise. Klar, ansonsten wird das schließlich nichts.
Die voreingestellte Zeit auf der digitalen Anzeigentafel am Beckenrand zählt runter, es piepst. Alle schwimmen los. Sie piepst wieder, wenn wir die vorab verabredete Strecke fertig haben sollten, zeigt das Pausenfenster an und zählt erneut den Countdown für das nächste Intervall runter und los geht es. Da ist dann keine Zeit mehr, wichtige Dinge zu besprechen.
Ganz anders war das vor einem halben Jahr, im Herbst, als wir gemütlich mit Schwimmbrett und Beinschlag die Wasserlage übten. Dabei lässt sich vortrefflich reden, jedenfalls für einige von uns. Im leichtem Beinschlag geht es sanft dahingleitend flott voran. Andere finden diese Art des Trainings gar nicht lustig, sondern vielmehr herausfordernd.
Sie kämpfen mit dem Brett und dem Vorwärtskommen, als ob sie eine Mauer durchbrechen müssten. Überhaupt ist es schön, dass es selbst beim Schwimmen Begabungen gibt, mit denen derjenige oder diejenige zwar keinen Blumentopf gewinnen, aber wenigstens einmal das süße Gefühl der Überlegenheit auskosten kann. Warum ich das erzähle, fragt ihr euch vielleicht? Na, was glaubt ihr denn?
Spiegelglatt liegt das Wasser da, hatten es doch Arme und Beine gerade in Bewegung gebracht. Jetzt hineinspringen, Flipper spielen. Kraulen wäre keine Option, nein, das muss in diesem Fall Delphin sein.

