Sie endet nicht, die Schlange Schulkinder, die aus dem Regionalexpress genau an dem Ausgang raus strömt, in den ich einsteigen möchte. Ich bin fasziniert und beobachte staunend das Schauspiel. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, laufen, stolpern, drängeln sie hintereinander weg. Quatschen munter miteinander, würdigen uns Erwachsene keines Blickes. Es dauert. Zwischendurch erscheint ein Erwachsener, eine Lehrkraft, zwischen den Schülerinnen und Schülern, treibt sie an, sich zu beeilen.
Es dauert weiter an. Ein Lehrer informiert die Umstehenden darüber, dass es sich um vier Klassen handelt, die im Begriff sind, die Bahn zu verlassen. Ich registriere, dass die übrigen Fahrgäste ihre Wege in die Bahn gefunden haben und wechsle den Eingang. Ich möchte nicht riskieren, nicht mitgenommen zu werden und bei dieser Schlange ist immer noch kein Ende in Sicht.
Am nächsten Eingang ist es ebenfalls voll. Ich quetsche mich irgendwie mit rein. Nach mir kommen vier weitere Personen, die, wie ich, kurzentschlossen den Eingang wechseln. Au weia, diese Enge ist gar nichts für mich. Zum Glück muss ich an der nächsten Haltestelle wieder raus und bleibe deshalb dicht an der Tür stehen. Ein weiteres Drängeln ins Abteil hätte sowieso wenig Zweck. Der Regionalzug ist zum Bersten gefüllt. Das Licht über der Tür blinkt, das Signal zum Türenschließen ertönt. Ich setze ein Stoßgebet zum Himmel ab, es möge bitte schnell gehen.
Derweil ruckelt die Bahn an. Quer auf Augenhöhe habe ich den Arm eines Mannes, der mit seinen Fingern Halt an der Tür sucht. Dafür puste ich unbeabsichtigt einer Frau meinen Atem ins Genick während sich mein bloßer Arm an der Behaarung eines anderen reibt. Das ist viel Nähe, sehr viel Nähe. Ich bin froh, dass sich die mich umgebenen Gerüche in Grenzen halten, es dürfte nicht wärmer sein. Ganz bestimmt bin ich gerade nicht alleine mit Gedanken dieser Art.

