Es fiel mir sofort auf: die Straßenlaternen waren an, leuchteten am helllichten Tag mit dem gleißenden Sonnenlicht um die Wette. Da hat wohl jemand auf den falschen Knopf gedrückt. Oder war es der Schaltzentrale zu heiß? Wer ist dafür zuständig, dass es nicht dunkel wird, wenn die Dämmerung beginnt? Eine Zeitschaltuhr im Verkehrssicherungsamt nehme ich an. Was sonst? Ein/e Nachtwächter:in wird es kaum sein.
Wie dem auch sei, frage ich mich bei den aktuellen Temperaturen schon, wie es sich überhaupt verhält mit den Stromkästen, die hier und da an der Straße stehen, dem Asphalt, dem Schienennetz. Nachdem bei der letzten Hitzewelle der Bitumen geschmolzen war, finde ich es momentan sehr ruhig um dieses Thema.
Abseits der Schifffahrt und dem Gütertransport interessiert mich, was mit den Ökosystemen der Flüsse passiert, wenn sie kein Wasser mehr führen. Komischerweise spricht bislang niemand darüber. Oder davon, dass wir uns alle einschränken sollten, unseren Wasserverbrauch drastisch reduzieren, um die Natur zu entlasten. Wäre das nicht angesichts der niedrigen Pegelstände, der Dürre auf den Feldern angebracht?
Manchmal habe ich den Eindruck, Politiker:innen verlässt der Mut, offensichtliche Dinge auszusprechen. Stattdessen wird rumgeeiert als wären wir alle zu blöd zu erkennen, was die Stunde geschlagen hat. Der Gesellschaft wird so lange nichts zugemutet, bis die Konsequenzen derart drastisch sind, dass sie das Zeug haben, diese immer weiter zu trennen. Damit wird ein Verteilungskampf angezettelt, der nur in eine Richtung führt: in die denkbar schlechteste.
Im Geschichtsstudium lernen Student:innen eines gleich zu Anfang: es hat noch nie geklappt, aus der Geschichte zu lernen, jedenfalls nicht langfristig. Deshalb sind die Probleme, Herausforderungen im Grunde dieselben, wie sie es schon immer waren und es geht schlichtweg um eine einzige Sache: um Macht. Das ist wie das Toast, das nach Murphys Gesetz stets auf die Marmeladenseite fällt.

