Heute verlor ich den Faden oder anders ausgedrückt: ich kam von Höcksken auf Stöcksken. Es begann harmlos mit dem Feierabend, den ich zu einer moderaten Zeit einläutete:
Private Mails checken und dann…hm. Wir brauchen Brot. Ich müsste zur Apotheke. Also gut, ich laufe los mit den Zielen erst Apotheke und dann Bäckerei. Während meine Füße den Weg einschlagen, rattert es in meinem Kopf. Ich bräuchte außerdem Espressopulver. Und Milch. Zahnpasta ist bald leer. Eine Handytasche für den Strand und /oder eine neue Kordelhalterung? Beides wäre mir recht.
Nun gut, ich erweitere meinen Radius und nehme den Schlenker durch die Stadt. Total unvorbereitet mit nix dabei, nur dem Geldbeutel. Das reicht. Ich könnte im Buchladen vorbei schauen, vielleicht fällt mir was ins Auge. Ach und eine Kladde für Notizen wollte ich mitnehmen.
Ein buntgestreiftes Täschchen weckt meine Aufmerksamkeit. Es hängt draußen am Haken. Gute Laune als Ergänzung zum Strandoutfit. Warum nicht? Kurzentschlossen kaufe ich es. Auf der Straße versucht ein Propagandist meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Darauf habe ich keine Lust. Smalltalk plus Verkaufsgespräch – bitte nicht. Ich lasse ihn stehen. Uff.
Dann klappere ich mehrere Handygeschäfte ab. Fehlanzeige. Beim Handydoktor, oder wie der Laden heißt, werde ich fündig. Grellweißes Licht, glänzender Boden, viele Spiegel und blaue Akzente. Aha, Rauchwaren und Parfüm gibt es hier ebenfalls zu kaufen. Das ist eine wilde Mischung. Es gibt Sphären, in denen halte ich mich nie auf. Es hat was, mal die eigene Bubble zu verlassen und sich auf neues Terrain zu begeben. Auf diese Weise gibt es sogar in meinem kleinen Heimatstädtchen viel zu entdecken.
Die Apotheke hat Internetprobleme, weshalb mein Rezept nicht ausgelesen werden kann und für das Brot muss ich mich letztlich sputen. Fast bin ich zu spät dran. Der Propagandist versucht es erneut. Lächelnd wimmle ich ihn wieder ab.

