#937 Arbeitsplatz A3.16

Ich habe ein Ziel. Heute ist es A3.16 in der Bibliothek mit Blick auf den Landtag, wie sich später herausstellen wird. Jetzt allerdings muss ich sprinten, um Gleis 7 rechtzeitig zu erreichen. Von hier fährt meine S-Bahn metropoleinwärts. Jedes Mal, wenn ich in dieser Situation bin, frage ich mich, welche/r Depp:in sich das ausgedacht hat, die Züge der innerstädtischen Verbindungen vom hintersten Gleis abfahren zu lassen. ICEs, Güterwagen, Fernverkehr rasen auf Gleis 1-4 durch. Dafür muss es wirklich richtig gute Gründe geben, ansonsten ist das echt nicht zu erklären.

Endlich am Fuß der Treppe angekommen, kommen mir bereits die ausgestiegenen Passagiere meiner Bahn entgegen. Es pressiert. Die Treppe ist voll und ich schlängle mich durch die Menschen hindurch bis ich eingekeilt bin. Zwei junge Frauen, an denen kein Vorbeikommen ist, schleppen sich gemächlich vor mir die Treppe hoch. Völlig ungerührt ob der Hektik um sie herum. Beneidenswert. Im Gegensatz zu mir. Das Signal zum Schließen der Türen ertönt. Shit.

Mit einem beherzten Satz flutsche ich gerade vor Torschluss ins Abteil, lasse mich auf ein ruhiges Plätzchen plumpsen und atme durch. Ende gut, alles gut, denke ich, doch die Bahn setzt sich nicht in Bewegung wie sie es tun sollte. Die Türen öffnen und schließen sich mit dem bekannten Signal. Mehrmals. Leute steigen weiter ein. Die Durchsage teilt uns mit, dass es ein Problem an einer der Türen gibt und das, verkündet die Stimme, bald behoben ist. Hoffentlich, wie sie nachschiebt. Oh no, jetzt nicht noch das. Ich krame die VVS-App raus, suche nach einer Alternative und verlasse kurzentschlossen die Bahn.

Der zweite Zug-Versuch klappt. Kleine Aufregungen am Morgen versetzen Körper und Geist in den Trainingsmodus, so dass der anschließende stramme Fußweg zwischen Bauzäunen und Fußgängerumleitungen zu meinem Ziel ein Klacks ist. Ende gut, alles gut im Großstadtabenteuer.

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