#948 Schwertransport

Es ist nichts Besonderes angesagt, dennoch bin ich für meinen Einkauf gut gerüstet: Rucksack und zwei Beutel. Einer groß, für den Korb, einer klein, für den Lenker.

Auf dem Band sortiere ich meine Einkäufe bereits vor, damit ich es hinter der Kasse leichter mit dem Verstauen habe. Irgendwann, im langen Zeitalter meiner hausfraulichen Tätigkeiten, gewöhnte ich mir das an. Vielleicht war es praktischer mit zwei kleinen Kindern auf diese Weise zu agieren. Vielleicht musste ich des Öfteren eingedrückte Joghurtbecher aus den Tüten fischen. Logische Erfahrungswerte.
Meine geübten Hände räumen die schweren, unkaputtbaren Sachen nach unten. Milchtüten zum Beispiel oder Dosentomaten. Dann folgen Nudeln, Spülschwamm, meine Einkäufe von der Frischetheke, Gemüse. Obenauf landet alles Leichtgewichtige und diejenigen Einkäufe, deren Verpackung kaputt gehen könnte. Meistens sind das die MoPro-Lebensmittel.

Den sperrigen Kram wie Toilettenpapier, Küchenrolle und so weiter lasse ich außen vor, den hänge ich direkt an den Lenker. Ich habe ein gutes Auge dafür entwickelt, wie groß mein Einkauf sein darf, damit ich alles auf dem Rad nach Hause transportieren kann.

Denn aus diesem Grund erzähle ich euch die ganze Geschichte. Ich schmunzelte heute, als ich bepackt und mit ordentlich Gewicht beladen die Rückfahrt antrat. Ich dachte an die andere Hälfte meines Haushalts und seine Sorge um mich im Urlaub, als wir, ebenfalls mit den Rädern, unsere Einkäufe zur Ferienwohnung fuhren. Mein Hinweis, ich könne ganz gut Lebensmittel auf dem Rad transportieren, ignorierte er und nahm mir fürsorglich die unhandlichen Dinge ab. Sehr nett.

Tja, und jetzt? Keine Hilfe weit und breit, dafür jedoch Hunger, der zuhause auf mich wartet. Also wuchte ich meine Einkäufe in gewohnter Manier an und aufs Rad, zerre es aus dem viel zu kleinen und viel zu engen Fahrradständer vor dem Supermarkt heraus und versuche, das E-Bike neben mir nicht mitzuziehen. Geübt ist geübt.

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