#808 Langeweile

Flip ist wieder unterwegs. So früh im Jahr? Wer hätte das gedacht? Er ist noch ziemlich klein und passt deshalb gut auf die Blüte des Löwenzahns. Bald schon ist er doppelt so groß. Bin gespannt, ob ich ihn dann zufällig wieder im Garten antreffe.

Ansonsten ist der Tag mit arbeiten vorbei geplätschert. Das übliche halt. Ein wenig Aufregung, ein wenig Stress, ein bisschen Erfolg. Alles der Reihe nach. Ich habe meine To-does erledigt, in der Mittagspause das Päckchen zur Post gebracht (#807 Retoure) und bin guter Dinge, dass meine Klamotte beim nächsten Mal passt.

Insgesamt entfaltet sich der Tag mit jener Art von angenehmer Mischung, die vielleicht nicht das Zeug dazu hat, in die Analen einzugehen – weder im positiven noch im negativen Sinn – dafür aber für ein wenig Ruhe im Berufsleben sorgt. Zu viele dieser Tage fände ich langweilig, zu wenige brauche ich ebenfalls nicht. Schließlich muss nicht jeder Tag aufregend und ereignisreich sein. Außerdem war ich nach Feierabend bei meiner Kosmetikerin. Verwöhnprogramm pur. Ich habe also gar keinen Grund mich zu beschweren.

Trotzdem. Kennt ihr solche Tage? Klar. Dumme Frage, das ist schließlich der wohlzitierte Alltag. Routine. Tagesgeschäft. Morgens weiß jede und jeder von uns schon fast genau, wie es abends endet. Alles ist vorhersehbar. Diese Tage können, egal wie langweilig sie auch sein mögen, dennoch wertvoll sein. Wie oft haben wir uns in Stresssituationen eben diese einfachen, vorhersehbaren herbeigewünscht?

Berufsalltag ist die eine Seite – schreiben die andere. Von dieser Warte aus betrachtet ist Schreiben dann eine Herausforderung. Aber das stellt kein Problem dar, denn ich gelernt habe, damit umzugehen. Langweilige, ereignisarme Tage eigenen sich hervorragend zum Fokussieren, gerade weil nichts passiert. Heute fokussiere ich mich beispielsweise darauf, Langeweile auszuhalten. Langeweile wird zum Star in meinem Blog. Das ist gut für meinen Kopf und meine Kreativität.

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