Ich kann mich genau erinnern. Er wohnte links von uns, der Nachbarsjunge, Jörg hieß er. Wir spielten ab und zu miteinander. Dieses Mal hörten wir seine neue Schallplatte. „Eine Woche voller Samstage“ hieß die und wir lauschten in seinem Kinderzimmer gespannt den Abenteuern des Herrn Taschenbiers und seinem Sams. Am Montag kam Herr Mon mit Mohnblumen, am Dienstag hatte er Dienst, am Mittwoch war die Mitte der Woche, am Donnerstag donnerte es, am Freitag hatte Herr Taschenbier frei und daraufhin kam am Samstag das Sams zu ihm.
Das anarchistische Sams, das schräg sang und einen Elefanten am Strand platzen lassen und mit Wunschpunkten versehen, die komischsten Sachen anstellen konnte. Doch, was mich am meisten beeindruckte war die Konstruktion der KbA, die Knackwurst-bring-Anlage. Ein technisches Meisterwerk. Ihr seht, ich habe die Geschichte verinnerlicht. Jedenfalls den ersten Teil und in meinem Neoprenanzug vom Triathlon sehe ich dem Sams nicht unähnlich. Klein und knubbelig. Fehlen nur die roten Haare und Wunschpunkte habe ich leider ebenfalls nicht.
Jetzt warte ich gespannt aufs Sams oder auf etwas anderes, was passieren muss, denn diese Woche ereigneten sich folgende seltsamen und seltenen Dinge: am Montag ließ ich mein Handy zuhause liegen, am Dienstag vergaß ich Lippenstift aufzutragen, am Mittwoch strahlte ein Regenbogen über der Autobahn, als ich ins Büro fuhr, am Donnerstag verschluckte ich ausversehen eine Fliege und gestern kam der Bus genau die Minuten zu spät, die ich ebenfalls zu spät an der ansonsten menschenleeren Haltestelle eintrudelte. Wenn das nicht nach einem Sams ruft, dann weiß ich es auch nicht. Oder ich sollte mich auf eine oder einen HaLiReFliBus einstellen, was immer das sein mag?
Vielleicht ist die Eierschale ein Hinweis darauf, dass es sich schon in der Nähe befindet. Vielleicht erlebe ich heute weitere Seltsamkeiten. Ich bleibe gespannt und aufmerksam.

