#883 auf dem Trockenen

Ich liege ein letztes Mal vor der Sommerpause wie ein Käfer auf dem Rücken auf meiner Yoga-Matte und schaue an die Decke. Die leichte Gardine ist zugezogen, damit uns die Sonne nicht blendet. Sie ist eine der gängigen Varianten aus weißem Leinen, die ein großes schwedisches Möbelhaus im Angebot hat. Lautmalerisch sind die Namen der Meterware. REVFINGERÖRT heißt eine Stück Stoff oder DAGGBJÖRNBÄR oder DITTE.

Das Gardinenband, das die obere Kante abschließt, ist gerafft. Auf diese Weise legt sich der Vorhang in gleichmäßige Wellen. Ebenfalls in gleichmäßigen Abständen sind im Gardinenband silberne Ringe eingehakt, die wiederum über die Gardinenstange gleiten. Von unten betrachtet bilden jeweils zwei Gardinenringe, die nur halb sichtbar sind, zusammen mit der Stoffwelle und Gardinenstange einen Frosch, der aus dem Wasser schaut. Jedenfalls sieht es von meiner Warte danach aus. Drei Frösche habe ich auf diese Weise über mir, die mir bei meinem Übungen zusehen.

Rechtzeitig im August, erinnere ich mich, gab es die neue Ausgabe des Möbel-Katalogs. Viele Jahre kam er frei Haus. Ich weiß nicht, welche Erinnerungen ihr an ihn habt. Ich für meinen Teil habe mir die Einrichtungsvorschläge gerne angeschaut. Wetten, dass sich jede und jeder von euch unter Begriffen wie: MALM, BILLY, PAX oder POÄNG sich etwas vorstellenkann, beziehungsweise ein Exemplar daheim hat? Die Ideen für optimale Platzausnutzung waren unschlagbar. Heute bin ich eingerichtet und brauche nur noch Teelichter und Servietten. Die wandern allerdings ohne nachzudenken in die Einkaufstasche. Oder Daim. Wenn ihr wisst, was ich meine (Zwinkersmiley).

Doch zurück zu meinen Yoga-Fröschen. Die scheinen mir hier weniger falsch platziert, als die Jolle. Sie sieht ein wenig vergessen aus, zugewachsen, wie sie ist. Ob sich das bald ändern wird? Immerhin stehen die Sommerferien vor der Tür. Vielleicht wird sie dann aktiviert und leistet demnächst den Fröschen im See Gesellschaft.

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