Die besten Käufe sind die unverhofften. Wer kennt dieses Phänomen nicht. Ich erlebte es heute. Angezogen von dem zwanzig Prozent zusätzlichen Summer-Sale-Schild, stand ich, ehe ich es mich versah, in einen meiner Lieblingsläden. Also quasi aus versehen. Ich hatte nicht vor, mir eine neue Klamotte zu kaufen. Bestimmt nicht. Nun war ich schon mal da und – was sollˋs? – gucken kostet schließlich nix.
Ich hatte meine Sonnenbrille mit den geschliffenen Gläsern auf. Das war praktisch, weil ich auf diese Weise die Preisschilder entziffern konnte. Das war ungünstig, weil ich sie hoch schieben musste, um die Farbe richtig beurteilen zu können. Ich war nun beschäftigt mit Brille rauf und Brille runter. „Hm, ich könnte ein neues T-Shirt gebrauchen“. Mit diesem Gedanken im Kopf, griff ich zielsicher zu einem im Oversize-Schnitt in poppiger Sommerfarbe. Super. Der Preis stimmte. Dass es passte und mir stehen würde, war mir klar, ich musste es nicht unbedingt anprobieren. Dann kam ich an den reduzierten Hosen vorbei.
Wann habe ich mir die letzte lange Hose gekauft? Gut, eine neue wäre mal wieder drin. Ich griff erneut zu. Zog eine heraus, hielt sie auf Armlänge vor mich und sah sofort: schöner Schnitt, Größe müsste passen, Form und Farbe hatte ich noch nicht. Klasse. Um sicher zu gehen, nahm ich eine weitere mit in die Umkleide und probierte alles an. T-Shirt und Hose passten, wusste ich es doch. Plus extra Rabatt – da musste ich nicht lange nachdenken und ging zur Kasse.
In unter fünfzehn Minuten war der Einkauf abgeschlossen und ich war zufrieden mit meinen Schnäppchen. Beschwingt machte ich mich zu den Läden auf, die ich ursprünglich ansteuern wollte.
Kaufen kann glücklich machen. Manchmal. Heute genoss ich es und teilte meine Errungenschaften via Snap mit den beiden Mädels, die sich mit mir freuten. So war es recht.

