Die Zeit verstrich. Das Jahr wechselte vom Altweibersommer in den Herbst, in den Winter. Das nächste Frühjahr kam und Pläne wurden geschmiedet. Pläne für den nächsten Sommerurlaub.
Die Picknickdecke hatte es trotz diverser Flecken und aufgerissener Stellen auf ihrer gepolsterten, silberfarbigen Rückseite bis nach Hause zurück geschafft. Dem eigentlichen Ansinnen ihrer Besitzer, sollte sie vor Ort entsorgt werden, was aus Mangel an Energie oder einfach aus Nostalgie verschoben wurde. „Eine weitere Saison hält sie schon noch durch, wäre schade drum“, waren sie sich einig.
Weitläufiger Strand, Ruhe, glasklares Wasser und Sand, weich wie Puderzucker, hatten ihre Wahl auf dasselbe Domizil vom Vorjahr fallen lassen. Da kannten sie sich aus, wussten, was sie erwarten würde. Freuten sich auf unbeschwerte Urlaubstage, Strandtage und Wochenmarkttage, auf Fahrradfahrtage und auf Tage mit Besichtigungen und Einkäufen, mit Faulenzen und Nichtstun und Tage mit allem zusammen.
Sie hatten es geschafft, dasselbe Häuschen vom Vorjahr wieder zu ergattern. War es doch in der Ferienhausanlage für ihre Zwecke perfekt gelegen. Schnell war alles ausgepackt, befand sich jedes Teil an seinem Platz (#915 Tiny House).
Der zweite Tag wurde als Strandtag reklamiert. Mit Gartenliege, Picknickdecke und diesem und jenem machten sie sich auf den Weg, die paar hundert Meter bis zum Wasser. Seidiger Sand, glasklares Wasser. Träumchen.
Die Sonne stand hoch und schien auf die Veranda ihres Feriendomizils. Es war heiß. Sie erinnerte sich an den Trick mit der Picknickdecke als Sonnenschutz. Diese war um ein paar Flecken reicher und muffelte nach einem Winter im Keller nach Keller. Es konnte nicht Schaden, sie auf diese Weise ein wenig auslüften zu lassen. Im vergangene Jahr hatte das gewirkt. Sie rückte einen der beiden Plastikstühle in Bistrostuhl-Optik an das Geländer der Veranda heran, entledigte sich ihrer Schlappen und stieg auf den Stuhl…
– Fortsetzung –
