Ich fotografiere ins Portemonnaie hinein und versuche ein gutes Bild von den sich dort befindlichen Münzen zu bekommen. Warum? Heute geht es ums Geld. Weder Kleingeld noch Scheine, nicht um viel oder wenig, sondern ganz allgemein: was wäre, wenn?

Ich lebe im Angestelltenkosmos. Größtenteils. Dort ist es Usus, dass ich nur das Geld zur Verfügung auf mein Konto bekomme, das um meinen Anteil an Abgaben bereits reduziert wurde. Was wäre, wenn ich den Lohn für meine Arbeit auf anderem Weg erhielte? Wenn ich einen Batzen bar bekäme. Scheine, Münzen? Eine Lohntüte. Wie würde sich das anfühlen? Wie damals als Teenager, als ich Nachhilfestunden oder Baby-Sitting cash bezahlt bekam und meinen Lohn in einer Dose für den Interrail-Urlaub sparte?

Ich kann mich daran erinnern, dass es sich gut anfühlte, die Scheine und Münzen in die Hand zu nehmen, zu zählen. Der bescheidene Haufen, der nach und nach wuchs. Was wäre, wenn das jetzt auch so wäre? Wenn ich meinen Bruttolohn pro Tag, pro Woche, pro Monat in bar erhielte und ich jede Abgabe als physischen Verlust der Geldmenge sehen könnte? Wäre das ein anderes Gefühl?

Was genau ist der Unterschied zwischen diesem Modell und dem, wie es sich in meiner Realität darstellt? Sicherlich würde es mir deutlich schwerer fallen, mich von dem Geld, hätte ich es erstmal in meiner Tasche, zu trennen. Bestimmt würde ich kritischer hinterfragen, wohin meine sauer verdienten Moneten verschwinden und eventuell nach Mitteln und Wegen suchen, die verhinderten, dass ich wieder etwas davon abgebe. Oder ich würde mich andersherum für eine mir sinnig erscheinende Ausgabe besonders einsetzen.

Welche Auswirkungen hätte dieses Verhalten auf mich, auf meine Umwelt, auf die Gesellschaft? Würde sich tatsächlich etwas verändern, hätte ich ein größeres Mitspracherecht? Wäre diese Veränderung positiv oder womöglich negativ für die Gesellschaft, für mich? Fragen über Fragen.

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