Die Welt steht auf dem Kopf und wir kennen das komische Gefühl, dass es unweigerlich in uns auslöst. Unser Verstand sagt: hier stimmt etwas nicht. Das geschieht wenn wir einen Handstand oder einen Kopfstand vollführen. Allerdings, wer von uns kann ausreichend lange auf den Händen balancieren, um sich die Welt um ihn oder sie herum anzuschauen. Hier sind wir in den meisten Fällen damit beschäftigt, nach ein paar Millisekunden knochenschonend umzukippen.
Doch es gibt auch genügend Varianten, die weniger herausfordernd sind. Kinder klettern über Tisch und Bänke, sitzen auf dem Boden und verändern dabei häufig ihre Perspektive. Wenn ich darüber nachdenke, ist es schade, dass diese Gewohnheiten in unserer Erwachsenenwelt abhanden gekommen sind.
Hier zwei Beispiele für ungleiche Perspektiven: wenn wir am Strand im Sand liegen, oder uns zum Decke-Streichen auf eine Leiter stellen, sieht der Raum oder das Zimmer um uns herum ganz anders aus. Plötzlich haben wir das, was wir bislang aus der Entfernung wahrgenommen haben, dicht vor der Nase. Sand wird zu sichtbaren Körnern, zählbar womöglich. Spinnenweben hängen von der Lampe, die definitiv mal abgestaubt werden müsste.
Die Notwendigkeit hinsichtlich des Abstaubens der Lampe, ist uns bewusst. Wir wissen das aber wir ignorieren es dennoch. Es ist abstrakt obwohl es vorhanden ist. Gut, es wird Menschen geben, für die das nicht zu trifft. Aber das Gros? Sind wir nur darauf getrimmt, nur das für real zu halten, was vor unserer Nase auftaucht?
Anders herum stellt sich die Frage, ob, wenn wir wie beim Kopfstand, die Welt verdrehen, Chaos von uns Besitz ergreifen würde? Für Insekten, Spinnen und viele andere Tiere ist es normal, die Welt auf dem Kopf zu sehen. Wir dagegen sind eher eindimensional unterwegs, suchen Haltepunkte. In welcher Hinsicht sich hieraus positive oder negative Aspekte ergeben, ist eine spannende Frage. Oder nicht?

