#780 Leckereien

Neulich, es ist ein paar Tage her, erinnerte ich mich daran, wie ich meinen ersten Kuchen buk. (Allein, einmal das Wort „buk“ zu verwenden, ist es Wert, dass ich euch diese Geschichte erzähle. Wie oft diese Verbkonjunktion wohl insgesamt in allen existierenden deutschsprachigen Texten vorkommt? Ich nehme an, deren Anzahl ist gering, Anm. der Autorin. Oder wie seht ihr das?).

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, beim ersten selbstgebackenen Kuchen meines Lebens. Obwohl, ob es tatsächlich der allererste war, kann ich nicht einwandfrei sagen. Aber so ungefähr wird es schon hin kommen. Zuvor, also bevor ich mich alleine ans Werk machte, schaute ich meiner Mutter sehr oft dabei zu. Das war ein Spaß.

Damit mir nichts entging, saß ich in unserer Küche auf der großen Arbeitsfläche neben der Rührschüssel vor dem Fenster. Das führte zur Straße hinaus. Oft lief dort eine entfernte Nachbarin mit ihrem Basset vorbei. Der Hund war derartig kugelrund, dass er nie schnell unterwegs war und sein dicker Bauch und seine langen Schlappohren über den Gehweg schleiften.

Nun, damit konnte ich mich nicht weiter befassen, schließlich schüttete, siebte, kippte, schlug und rührte meine Mutter sämtliche Zutaten für Marmorkuchen in einer großen Schüssel zusammen. Mmh lecker. Marmorkuchen mit einer dicken Schicht Schokuguss aus dunkler Schokolade. Die Teigreste und später den Rest der flüssigen Schokolade aus der Tasse schlecken, in der sie zuvor im Wasserbad geschmolzen worden war, war himmlisch. Ich spektakulierte darauf, dass sich meine Mutter mit der Menge, die sie schmolz, zu meinen Gunsten, verschätzte.

Genau dieser Kuchen ist es, den ich als aller ersten buk. Ich mag es besonders, wenn der helle Teil des Kuchens zitronig schmeckt. Deshalb pimpe ich ihn mit ordentlich Zitronensaft und Vanillearoma auf. Das mache ich heute keinen Deut anders. Schließlich dürfen solche Leckereien bleiben, was sie sind: lecker.

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