Feierabend. Urlaub. Wunderbar. Eine ganze Woche Ferien liegen vor mir. Frisch und unverbraucht. Welcher Tag ist schöner als der Vorabend des Urlaubs?
Ich lasse mich jedoch nicht hängen. Das geht auch gar nicht, denn es will noch einiges erledigt werden. Mein Koffer ist nicht fertig gepackt. Das Handgepäck verlangt ebenfalls nach Aufmerksamkeit. Dabei geistern ständig Fragen in meinem Kopf umher.
Wie wird das Wetter? Welche Temperatur? Nehme ich meine dicke Jacke mit? Oder doch eher die Übergangsjacke? Welche Schuhe passen zur Jacke? Überhaupt, welche Schuhe brauche ich? Warme? Mittelwarme? Passen meine Turnschuhe für den legeren Look auch zum Rest meiner Garderobe? In diesem Zusammenhang: welche Klamotten nehme ich mit? In welche Farbrichtung gehe ich, damit ich die größtmöglichen Kombinationen hin bekomme? Blaues, graues oder schwarzes Farbspektrum? Ist es notwendig, dass ich etwas Besonderes für Ostersonntag einpacke? Schließlich gehen wir Brunchen. Oder nicht?
Ich betrachte meine Klamottenauswahl auf der Chaiselongue. Überlege. Stelle Kleiderhäufchen zusammen. Überlege weiter. Gut, diese Schuhe passen zu jenem Outfit, das wiederum damit kombinierbar ist. Zugfahrt. Ich brauche unbedingt eine gemütliche Kombi für die Zugfahrt. Die soll trotzdem gut aussehen. Also nicht zu lässig. Da der Frühling in Norddeutschland etwas hinterher hinkt, entscheide ich mich für Boots, die ich auf der Reise tragen kann. Wie bei Heidi. Heidi hat auf ihrem Weg zum Alm-Öhi ebenfalls alle Klamotten am Leib getragen, die nicht in ihren kleinen Koffer passten. Die Schuhe passen definitiv nicht in mein Gepäckstück. Apropos Koffer…
Ich seufze und frage mich bei jedem Stück: brauche ich das? Nein, der Pulli muss mit, der ist kuschelig. Nimmt aber viel Platz weg. Hm. Es wird langsam eng. Egal. Dann muss ich eben quetschen. Schließlich will ich für alle Eventualitäten gewappnet sein und dann ist es entschieden. Jetzt ist das Handgepäck dran. Andere Tasche, dasselbe Spiel. Los geht’s.

