Meine Lebensgeister sind wieder geweckt. Obwohl, ein wenig skeptisch war ich heute früh dennoch, weil die Oberschenkel krampfbedingt kurz über den Knien schmerzten. Der gefürchtete drei-Tages-Muskelkater. Aus diesem Grund gönne ich mir zum Frühstück neben meiner Tasse Cappuccino jeweils drei Salztabletten und drei mit Magnesium.
Aufgrund des Kettenabsprungs am Mont Ventoux musste mein Rennrad kurz in die Inspektion. Ich erhielt die Aussage, damit fahren zu können. Leider ging dieser Plan nicht auf. Nach fünf Kilometern war klar, die Gangschaltung braucht weitere Fürsorge. Die Kette machte sich in allen Gängen mehr oder weniger selbstständig und hüpfte ungewollt hin und her.
Unsere fünfköpfige Radelgruppe entschied deshalb: wir fahren zurück und ich steige auf mein Gravelbike um. Gesagt, getan. Also: Schuhe wechseln, Flasche umstecken und Handyhalterung dranbauen und wir starteten mir dem zweiten Versuch unserer gemütlichen Sightseeingtour rund um den kleinen Ferienort.
Der Weg war gut machbar. Er führte uns an pittoresken Ort- und malerischen Landschaften vorbei. Ein Weingut nach dem anderen, einige Namen kennen wir bereits aus eigener Verkostung in den vergangenen Tage. Auf welligem Gelände rollen wir gemächlich dahin. Da sich die Gruppe meinem Tempo anpasst gewinne ich nach der Anstrengung am Mont Ventoux wieder das alte Selbstvertrauen zurück.
Wir schwitzen alle. Die Sonne sticht vom Himmel und erreicht fast die vierzig-Grad-Marke. Dem Fahrtwind sei Dank, war es on Tour besser erträglich.
Am Wendepunkt gönnen wir uns einen Kaffeestopp. Drei von fünf entscheiden sich neben Café au lait zusätzlich für ein kleines Crêpes. Schließlich sind wir in Frankreich, Belohnung muss sein. Erneut im Sattel merke ich, wie die Hitze ihren Tribut fordert. Die Beine werden schwer und ich quäle mich jede winzige Steigung rauf. Meine Gedanken an Pool und Frische halte meine Lebensgeister am Laufen und ich freue mich unbändig, auf ein kleines Erholungsschläfchen im Palmenschatten.

