Als ich kurz nach sieben Uhr die Tür zum Parkplatz vor unserem Hotel öffne, empfängt mich geschäftiges Treiben. Rennräder sämtlicher Couleur, Ausstattung und Preisklassen lehnen an Wänden und Autos und die Athleten und Athletinnen tätigen die letzten Handgriffe, vergewissern sich, dass alles passt. Der Luftdruck hauptsächlich und sowieso stellen sich alle die bange Frage: habe ich auch nichts vergessen? Ab jetzt zählt es. Jetzt zahlt sich jeder Trainingskilometer aus. Es ist Wettkampfsaison beim Triathlon.
Ich sauge die Atmosphäre auf, hören den Lautsprecherdurchsagen beim Schwimmstart als Zaungast zu, ohne zu verinnerlichen, was der Sprecher will. Ich positioniere mich am Landgang und feuere die andere Hälfte meines Haushalts und natürlich alle anderen aus unserem Verein an, die ich ausfindig machen kann.
Vorhin, beim Rad-Check-in, waren sie wieder da. Die Neuheiten der aktuellen Saison und auffällig bei den Designs der Helme. Herkömmliche Kopfbedeckungen sind genauso am Start wie die windschnittigen. Bei dem ein oder anderen Modell kommt mir unweigerlich der Vergleich zu Kostümen aus Science Fiction Serien. Vorne verspiegeltes Visier, hinten spitz zulaufendes Ende. Aerodynamisch. Nichts wird dem Zufall überlassen. Schließlich, warum sollte das beim Triathlon anders sein, als bei jedem anderen Hobby? Echte Leidenschaft verlangt nach Optimum.
Nachdem die meisten Vereinskolleg:innen aus dem Wasser sind, meldet sich mein Magen. Frühstück wäre nicht schlecht. Ich verlasse meinen Beobachtungsposten am See und mache mich auf in Richtung Rathaus, dort, wo jetzt der Bär steppt. Ein Teilnehmender der AK 80 (!) hat soeben das Ziel bei der Kurzstrecke erreicht. Der Veranstalter spiel „Thunderstruck“ von AC/DC. Ehre, wem Ehre gebührt.
Die vielen bekannten Gesichter auf der Strecke, machen es kurzweilig zum zuschauen. Ich betätige mich als Fotografin und feuere alle mit den Worten an: du siehst gut aus! Nach und nach finishen sie ihre Distanzen. Glückliche Gesichter vergessen im Ziel den Schmerz der Anstrengung.

