Es ist ein ungewöhnlicher Ort und ein ungewöhnlicher Tag, an dem ich heute meine neunhundertste Geschichte veröffentliche. Das hat zwei Gründe: zunächst sitze ich auf der Dachterrasse eines meiner Lieblingsmenschen und nicht daheim, während ich diese Zeilen tippe. Nun, es ist nicht ungewöhnlich, dass ich an anderen Orten schreibe. Nur heute bin ich alleine im Zuhause eben jenes Lieblingsmenschen, der selbst nicht zuhause ist. Aber ich darf das. Zweitens sitze ich auf seiner Dachterrasse und schaue mir die Sonnenfinsternis an.
Ich kann mich an die letzte vor siebenundzwanzig Jahren erinnern. Da war besagter Lieblingsmensch ganz winzig klein. Ich befand mich im Garten unseres kleinen Reihenhauses am Stadtrand der Kleinstadt im Westfälischen und versuchte, mir das Schauspiel so gut es eben ging ohne Schutzbrille anzuschauen. Es muss gegen Mittag oder kurz danach gewesen sein. Die Sonne stand hoch am Himmel. Jedenfalls meine ich, mich daran zu erinnern. Es kann aber auch ganz anders gewesen sein.
Es war ein wenig unheimlich. Die Vögel hörten auf zu singen und gefühlt stand die Welt einen Augenblick still. Wie in sich versunken. Die Biene, die auf der Blüte vom Sonnenhut gerade nach Nektar suchte, erstarrte vor meinen Augen. Ich konnte die Angst des Tieres ob der Wahrnehmung der besonderen Umstände und der Tatsache, dass etwas völlig verkehrt war, förmlich spüren.
Überhaupt war die Stimmung seltsam. Ich bin gespannt, wie ich es dieses Mal empfinden werde. Ein nächstes Mal wird es für mich nicht geben. Bis dahin werde ich den Weg allen irdischen beschritten haben. Komische Vorstellung, oder was sagt ihr dazu? Wahrscheinlich gehört das Erlebnis der Sonnenfinsternis zu denjenigen Dingen, die ich das erste Mal in meinem Leben zum letzte Mal tun werde.
Ich finde, diese epische Betrachtung des Vergleich ist eines Meilensteins würdig und gut zu meinen Geschichten….ich muss Schluss machen, denn es geht jetzt los…
