#921a Postkartenmotiv

Auf dem Rückweg vom Strand versuche ich meine Spuren im Sand vom Hinweg zu finden und halte nach einem geriffelten Muster mit dem Schriftzug meiner Schlappen Ausschau. Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel, oder wie war das nochmal? Meine Augen suchen den Boden ab. Der Sand ist fein, wie ich es bisher selten erlebte. Natürlich finde ich nichts. Wie auch? Der Strand ist breit, da ist es nahezu ausgeschlossen.

Es war später Nachmittag. Die Sonne hatte den Zenit verlassen und senkte sich über der Bergkulisse der Pyrenäen im Hintergrund. Ich musste unbedingt ins Wasser. Die andere Hälfte meines Haushalts steckte seine Nase lieber in die aktuelle Urlaubslektüre, deshalb war ich allein unterwegs.

In Schlappen, Badehose, dem praktischen Handtuchponcho plus Sonnenbrille machte ich mich auf zum Wasser. Genau zwölf Pinien (ich habe sie extra gezählt) säumen den kleine Fußweg und versprühen ihren ätherischen Duft in der Sonne. Ich ging langsam. Kostete jeden Schritt aus und freute mich einfach nur so.

Wie jedes Mal in diesem Urlaub, hielt ich kurz den Atem an vor dem Anblick, der sich mir bot, als ich den kleinen Weg zum Strand hinter mir gelassen hatte. Glitzerndes Wasser an dessen Ufer verstreut die Sonnenhungrigen auf ihren Decken ober auf ihren Liegen lagen oder auf ihren Stühlen saßen. Unter bunten Sonnenschirmen oder ohne, in Strandmuscheln, unter ihren Sonnenhüten oder sich ganz einfach die Sonne ins Gesicht schienen ließen, ganz nach ihren Geschmäckern.

Ich hörte Stimmen unterschiedlicher Couleur. Kinder plantschten, kreischten, tobten im Wasser, bauten Burgen. Hunde rannten schwanzwedelnd in die Wellen, jagten pinken Bällen hinterher. Hier und da wurde Beach Ball gespielt. Alles war entspannt. Alle friedlich. Alle miteinander.

Ich suchte mir ein Plätzchen und entledigte mich meiner Habseligkeiten. Die Brille kam ins Etui, das ich in die Schlappen steckte. Den Poncho faltete ich einigermaßen ordentlich zusammen, legte ihn…
– Fortsetzung-

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