Zwei Wochenenden mit Home-Work liegen hinter der anderen Hälfte meines Haushalts und mir und wir sind ganz schön abgeschafft. Jedenfalls ist das wohl der Ausdruck, den ein Schwabe gebrauchen täte.

Nun, es gibt ein paar kleinere Bagatellschäden zu bedauern, der Daumen meiner linken Hand schmerzt genauso wie die Rippen auf dieser Seite nachdem ich meinte, mit einer kleinen Stunteinlage die Arbeiten befeuern zu müssen. Getreu dem Motto: viele Unfälle passieren im Haushalt, ist mir das gelungen. Bereits in der Bewegung war ich mir bewusst, dass das jetzt kein gutes Ende nehmen wird.

Tja, und da lag ich auf dem Boden, die Farbwanne in meiner Hand samt Pinsel waren ebenfalls durch die Luft geflogen. Dieses Mal landete die Farbwanne tatsächlich nicht auf der Murphy-Seite, sondern ohne viel Schaden anzurichten, kerzengerade, als sei nichts geschehen. Die kleinen Farbspritzer auf Parkett und Fensterscheibe waren kein großer Akt. Erstaunlich. Das sprichwörtliche Glück im Unglück. Als wir feststellten, dass an mir ebenfalls alles dran und funktionsfähig war, ging es gleich weiter.

Schließlich hatten wir eine Mission zu erfüllen (#943 Bohnerwachs und Spießigkeit). Es galt die Farbe, also richtige, bunte Farbe an die Wand zu bringen. Im Urlaub hatten wir uns entschlossen, der Konformität ein Ende zu bereiten und Alpina-Weiß auszutauschen. Jedenfalls in einem Großteil der Wohnung. Das hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war aufregend. Wie würde es aussehen? Einen Plan B zu: „es gefällt uns nicht,“ existierte nicht.

Mit jedem Pinselstrich wurden wir sicherer. Legten uns ins Zeug und nahmen es sportlich, als wir am nächsten Tag noch eine zweiten Anstrich machen mussten. Es hat sich gelohnt, unser Mut wurde belohnt. Der Charakter ist ein völlig anderer. Darin sind wir uns vollkommen einig. Jetzt heißt es noch ein wenig Parkettpflege, ausmisten und ganz in Ruhe wieder einräumen. Schön, sich neu zu erfinden.

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