Munter ausgeschlafen nehme ich meinen Platz auf der Veranda ein. Rücke den Plastikstuhl in Bistrostuhl-Optik so zurecht, dass ich mit dem Kopf im Schatten und den Füßen in der Sonne sitze. Ich stelle die erste Tasse Kaffee, die Severin (#919a und b Severin) mit viel Mühe fabriziert hat, vor mir ab. Die andere Hälfte meines Haushalts ist mit Frühstückmachen beschäftigt. Ich schlage mein Buch auf, beginne zu lesen.
Eier braten in der Pfanne. Brutzelgeräusche kommen aus der Küche und es riecht ein bisschen verbrannt. Er steht am Herd, hat die Verantwortung. Also verkneife ich mir jedweden Hinweis und widme mich wieder meinem Buch. Daniel Kehlmann habe ich am Wickel: Lichtspiel. Meine Hand greift zur Tasse, während ich die Seite umblättere.
Plötzlich geht eine Sirene los. Für den Bruchteil einer Sekunde bin ich irritiert. Zähle eins und eins zusammen und schaue in das unschuldige Gesicht meines Mannes, der geradewegs vor mir auftaucht, die rauchende Pfanne vor sich in Händen haltend. Eier, Schinken und Baguette haben den Feueralarm ausgelöst. Es heult ohrenbetäubend. Ich dirigiere ihn weg von der Tür, weiter raus auf die Veranda, während ich drinnen alle Fenster aufreiße.
Gerade kann ich ihn davon abhalten, die heiße Pfanne auf dem Holzboden abzustellen. Ich hole den Untersetzer für die Pfanne und schicke ihn ins Haus. „Schau mal, ob du an den Alarm kommst.“ Die Idee hatte er natürlich auch und ist sofort an Ort und Stelle. Zum Glück muss er nur einen langen Arm machen, um die kleine Dose des Feueralarms zu erreichen. Stille.
Uff, geschafft. Keine Feriendorf-Feuerwehr im Anmarsch. Keine aufgeregten Nachbarn, die neugierig schauen. Alles bleibt ruhig. Wahrscheinlich passiert das öfter, überlegen wir uns, nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist. Wir lassen uns Eier, Schinken und Baguette schmecken und überlegen, was wir mit dem restlichen Tag anfangen wollen.

