Schnell kurz zum Bäcker. Brot ist alle. Ich trete mit meinem Einkauf nach draußen. Das Wetter ist gut, schön mild und nach einem Tag am Schreibtisch einfach verlockend. Spontan überlege ich, eine Runde zu drehen. Mit dem Brot unterm Arm mache ich mich auf den Weg um den Block. Spaziergang. Ich laufe zügig. Wechsle auf die sonnige Seite der Straße und freue mich über die Wärme. Meine Füße tragen mich willenlos hierhin und ein Stückchen weiter dorthin. Links, rechts, links.
Ich bin echt doof, denke ich mir im Gehen. Hätte ich jetzt mein Sportzeug an, könnte ich ein paar Meter joggen. Ohne Brot, versteht sich. Zum Reinkommen. Ganz gemütlich. Nachdem das gestrige Schwimmtraining, das erste der Hallenbadsaison, ziemlich gut funktionierte, ist meine Motivationskurve gerade aufsteigend. Außerdem lohnt sich später die Dusche. Denkt ihr auch in diesen Schleifen oder ist das nur bei mir der Fall?
Lassen wir das. Diese Chance habe ich verpasst und deshalb nutze ich meine freie Zeit jetzt, um Nachrichten mit einer mir wichtigen Person auszutauschen. Sie begleitet mich auf meinem Weg. Ein wenig ist es so, als wäre sie bei mir. Ich freue mich an ihrer Stimme, an ihren Erzählungen.
Zurück vom Spaziergang, ist die andere Hälfte meines Haushalts daheim. Er steht in den Startlöchern zu einer Joggingrunde. Ich hätte die Möglichkeit, mich ihm anzuschließen. Dann würde sich das Duschen nachher lohnen, denke ich mir erneut und bekomme ein schlechtes Gewissen, weil ich mich dagegen entscheide.
Dafür schnappe ich mir mein Tablet und mache es mir auf den Küchenbalkon gemütlich, beginne zu schreiben. Gehirnjogging. Ebenfalls eine Form der Bewegung. Dabei wandert mein Blick in den Marillenbaum. Trotz mehrfachen Ernteaktionen hängen viele Äste noch voll reifer Früchte. Ich beschließe, eine Schüssel zu Pflücken und Kompott für Joghurt zu kochen.

