#818 von Zahlen umzingelt

Mein Tag war ausgesprochen zahlenlastig. Von der Uhrzeit, über die Waage im Bad, das Maßband beziehungsweise Meterstab, Uhr, bis hin zu diverse Exceltabellen. Alles war dabei. Selbst das Sudoku reihte sich ungeachtet in die großen und kleinen Kolonnen ein. Es war mir nach einem langen Arbeitstag nicht genug, mich mit diesen kleinen, kniffeligen Dingern, den Zahlen eins bis neun, zu beschäftigen.

Okay, heute morgen habe ich mich mit: Text schreiben auseinander gesetzt. Dabei war ebenfalls Fingerspitzengefühl gefragt und ganz viel Kreativität. Überhaupt, geht es nicht mit beidem? Also mit Zahlen und mit Buchstaben viel Wirbel um nichts zu machen? Gut, Wirbel um nichts stimmt natürlich nicht, es muss schon stimmen, jedoch kann ich mich auf unterschiedlichste Arten und Weisen ausdrücken.

Zahlen folgen einer Logik, sind unbestechlich und müssen am Ende stimmen. Doch die Perspektive auf sie, genauso wie der Maßstab, den ich anlege, kann durchaus unterschiedlich sein. Das liegt im Auge der Betrachter:innen, einerseits, und selbstverständlich dem Zweck und Ziel, andererseits. Ein Cent hat das Zeug, den Unterschied zu machen. Er kann gesucht werden, wie eine Stecknadel im Heuhaufen oder er kann einfach unter den Tisch fallen, begradigt oder ausgebucht werden.

Dasselbe passiert auch mit Wörtern. Ich kann lang und breit erklären oder komprimiert eine Information weiter geben. Je nachdem kann aufgrund unterschiedlichem Gusto und Ausprägung des Schreibendens ein und derselbe Sachverhalt in einem Satz oder in einem ellenlangen Pamphlet widergegeben werden. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich damit umgegangen wird.

Ich bin ein Fan von: Subjekt, Prädikat, Objekt. Information auf den Punkt gebracht und nur das, was unbedingt notwendig ist, um einen Sachverhalt verständlich zu machen. Alles darüber hinaus ist für mich anstrengend. Kommen dann womöglich zum ausschweifendem Text noch viele Zahlen auf mich zu, verfalle ich ins Überfliegen, weil beides zusammen meine Geduld arg strapaziert.

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