Jetzt sitze ich auf meinem Küchenbalkon und schaue mal, ob es geht. Das Schreiben. Mein Kopf ist etwas matschig und eine gewisses Schlappigkeit wohnt ebenfalls noch in mir. Was ist los? Mir hat es gestern den Stecker gezogen. Ich lag flach. Da es selten vorkommt, merkte ich zunächst nicht, dass ich krank war. Die Erkenntnis, dass hier irgendetwas nicht stimmte, dass meine Müdigkeit eine andere Ursache, denn eine schlaflose Nacht hatte, musste sich erst seinen Weg bahnen.
Ich war gestern in Stuggidings. Ich erzählte euch davon. Mit den Öffis war ich unterwegs, um mein wöchentliches Schreibritual in der Bib zu erledigen. Ich hatte einen schönen Leseplatz erwischt und alles hätte bestens sein können. Aber das war es nicht. Mir war komisch. Eine Mischung aus übel und müde. Ich konnte keinen wirklich klaren Gedanken fassen. So ein Mist. Warum ausgerechnet heute?
Ich packte meine Sachen zusammen und verließ meinen Arbeitsplatz in der bangen Gewissheit, dass die Rückfahrt mit den Öffis ähnlich aufwendig werden könnte, wie die Hinfahrt. Natürlich stand ich zunächst bei der S-Bahn vor einer verrammelten Tür. Stammstreckensperrung – ich Dämel. Also ging es für mich auf den Fernwanderweg. So heißt hier die Überführung vom Eingang des Hauptbahnhofs bis zu den Gleisen. Und dieser Name ist durchaus berechtigt. 360 Meter außen rum. Das ist fast eine Stadionrunde. Obwohl mir alles weh tat, strengte ich mich an, meinen Regio rechtzeitig zu erreichen.
Irgendwie hat dann alles geklappt. Ich erreichte meine Bahn, kam in meiner Kleinstadt an. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen anstatt in den Bus zu steigen durch die Stadt zurück zu schlendern und ein Eis zu essen. Das war mir jetzt egal. Im Gegenteil. Am ZOB wartete ich auf einer Bank auf meinen Bus. Sowas tue ich ansonsten nie. Ich hatte nur ein Ziel: heim und ins Bett.
